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Tuthilltown Spirits: Kleine Flaschen ganz gross

Passend zum New Yorker Rezept von Anfang Woche gibt es heute einen kleinen Exkurs in die Tiefen der Tuthilltown Spirits Distillery – die erste Whiskey-Brennerei im Staate New York, die seit den Tagen der Prohibition (1920 bis 1933) eröffnet wurde.

Keep experimenting, keep doing it by hand

In der Distillery werden seit 2003 in wahrlich idyllischer Umgebung und mit viel Liebe und Handarbeit hochwertige Spirituosen hergestellt. Bekannt ist Tuthilltown Spirits in erster Linie für die ganz besonderen Whiskeys, die inzwischen zu echten amerikanischen Klassikern geworden sind, bei denen der Verschluss jeder einzelnen 35-cl-Flasche von Hand gewachst, mit einer Batch-Nummer und dem Jahr der Abfüllung versehen wird.

Hudson Baby Bourbon

Einer meiner klaren Favoriten aus ihrer Whiskey-Sammlung ist der Hudson Baby Bourbon. Ich liebe ihn pur oder in meiner Komposition für den New Yorker. Der Hudson Baby wird zu 100 Prozent aus Mais aufbereitet. Das ist eine absolute Premiere seit der Aufhebung des Alkoholverbots in den USA.

Der Whiskey wird im traditionellen Pot-Still-Verfahren zweifach destilliert und danach für drei Monate in kleinen, amerikanischen Weicheichen-Fässern gelagert. Diese Methode zeichnet sich durch eine sehr kurze Reifephase im Vergleich zu anderen Whiskeys aus. Das «Baby» in seinem Namen lässt sich somit recht leicht erklären: Bei einem Baby-Whiskey handelt es sich um einen sehr jungen Whiskey. Durch diesen ungewöhnlich kurzen Alterungsprozess entfaltet sich ein ausgesprochen milder Bourbon, dessen Hauch an Süsse von Karamell- und Vanillenoten untermalt wird.

Neben dem beliebten Whiskey-Lineup hat Tuthilltown mittlerweile auch einige weitere Produkte aus hauseigener Produktion im Sortiment. Um nur einige zu nennen: Indigenous Apfel- oder Weizen-Vodka, Half Moon Orchard Gin sowie die Basement Bitters. Leider kam ich bislang noch nicht selbst in den Genuss, aber das werde ich hoffentlich bald nachholen können. Und dann werde ich euch umgehend davon berichten!

Die Story der Destillerie

Schon seit 220 Jahren ist die Tuthilltown-Schrotmühle eines der Wahrzeichen der Region und im nationalen Register als historisches Gebäude aufgeführt. Ralph Erenzo und Vicky Morgan haben zusammen mit Brian Lee im Jahre 2001 die Mühle erworben und den Getreidespeicher zu einer kleinen Brennerei umgebaut. Bereits zweieinhalb Jahre später produzierten die Freunde den ersten Rye Whiskey. Bei der ersten Degustation spürten sie gemäss Ralph Erenzo sofort, dass sie etwas ganz Spezielles geschaffen hatten.

Mit dem Hudson Manhattan Rye Whiskey haben sie ausserdem nach über 80 Jahren wieder an vergangene Zeiten angeknüpft. New York war schon vor der Prohibition für seine Roggen-Whiskeys bekannt. Bereits damals bildete ein Rye die Basis für den legendären Manhattan-Cocktail, der übrigens durch Sir Winston Churchills Mutter, Jenny Churchill, bekannt wurde.

Nach der Aufhebung der Prohibition war insbesondere der Vodka-Boom der 80er-Jahre dafür verantwortlich, dass der Rye Whiskey an Aufmerksamkeit und Wertschätzung verlor. Wer zu dieser Zeit hip sein wollte, trank Vodka. Und genau deshalb scheint es wie eine Ironie des Schicksals, dass gerade Vodka heute dafür sorgt, dass Rye einen neuen Boom erfährt. Vodka ist nicht gerade für Geschmacksexplosionen bekannt und deshalb machten sich eines Tages Schöngeister auf die Suche nach aromatischen Spirituosen. Die Nachfrage an schweren und komplexen Destillaten nahm an Fahrt auf. So auch zum Glück der Rye Whiskey.

Witziger Fact zum Schluss

Jemand hatte den Tuthilltown-Jungs empfohlen, die Whiskey-Fässer während der Lagerungszeit zu schütteln. Anfänglich übernahm diese Aufgabe das Team rund ein Mal pro Monat mit jedem einzelnen Fass in Handarbeit. Irgendwann war die Produktion aber einfach zu gross und die Manpower zu klein. So kam ihnen die geniale Idee, überall im Lager riesige Boxen aufzustellen und extrem basslastige Musik zu spielen, um die Fässer so in Vibration zu versetzen. Groovy and tasty…

Hudson Cat on speakers in barrel room

Nachfolgend noch ein kleines Video, das euch einen sehr lebendigen Einblick in die Tuthilltown-Destillerie bietet. Anschauen und eintauchen, am besten mit einem Glas Whiskey dazu!

Cheers,
Sheila

 

 

(Fotos: Tuthilltown Spirits, Futurecom und Sheila Lopardo; Video: Tuthilltown Spirits)

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