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Shigeru Ban: Carta Collection

Der japanische Architekt Shigeru Ban ist in der Schweiz kein Unbekannter. Sein Entwurf für den Tamedia-Neubau in Zürich ist ein visionäres Gebäude, das heute weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Das Gebäude illustriert zudem Bans Stil und Arbeitsweise eindrücklich.

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Der Eingangsbereich des Tamedia-Gebäudes in Zürich. Links im Bild sind Stühle der Carta Collection zu sehen. (Foto: Tamedia)

An einer Pressekonferenz Mitte Mai 2016 im Showroom des Zürcher Traditionsunternehmens wohnbedarf betont Shigeru Ban, wie wichtig für ihn der Bezug eines Gebäudes zur Umgebung sei. Es gebe sehr viele Architekten, deren Bauten stets primär ihren persönlichen Stil spiegelten, egal wo diese Gebäude stünden. Ihm sei wichtig, dass seine Architektur den Kontext wiedergebe, in der sie umgesetzt werde.

Dazu gehört auch der Einsatz von Materialien, die heimisch sind. Beim Tamedia-Bau sei er deshalb auf Holz als zentrales Bau- und Gestaltungselement gekommen. Wälder und das Material Holz seien für die Schweiz charakteristisch.

Not macht erfinderisch

Nachhaltig zu arbeiten und so günstig wie möglich zu produzieren, waren schon immer wichtige Elemente von Bans Herangehensweise. Dies kam ihm zugute, als er als Berater der UN-Flüchtlingskommission in Ruanda beigezogen wurde. Shigeru Ban liess erstmals in Afrika Notunterkünfte mit Materialien bauen, die keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hatten. Seine Lösung waren Kartonröhren, die in Ostafrika einfach erhältlich waren.

Shigeru Ban

Eine Notunterkunft mit Kartonröhren als tragende Elemente: Ruanda 1999. (Foto: Shigeru Ban Architects)

Das Entscheidende dabei war für Ban nicht alleine das Material Karton, sondern auch die Tatsache, das solche Röhren billig sind und in praktisch jedem Land hergestellt werden. Dass Kartonröhren aus rezykliertem Papier hergestellt werden, war für ihn ein weiterer wichtiger Faktor.

Seine humanitären Einsätze, unter anderem auch nach dem Erdbeben in Kobe, veranlassten Shigeru Ban, das NGO „Voluntary Architect’s Network“ zu gründen. Seither reist der Stararchitekt nach Katastrophen persönlich in die betroffenen Gebiete, um die Lage zu erkunden und Notunterkünfte von seiner Organisation in Zusammenarbeit mit lokalen Kräften bauen zu lassen.

Gibt es keine Kartonröhren vor Ort, nutzt Ban die Materialien, die im jeweiligen Land einfach erhältlich sind. Dazu meint er, dass es ihm überhaupt nicht wichtig sei, Kartonröhren zu nutzen, sondern dass er mit dem Material arbeitet, das in der jeweiligen Region vorhanden sei. Die Pläne für Shigeru Bans Notunterkünfte sind übrigens nicht durch Copyright geschützt und können von allen jederzeit eingesehen und kopiert werden.

Möbel aus Kartonröhren

Erste Möbelstücke aus Kartonröhren hat Shigeru Ban vor rund 20 Jahren für sein eigenes Ferienhaus in Japan entworfen. Die Sitzflächen dieser ersten Karton-Stühle hätten sich inzwischen perfekt an sein Gesäss angepasst, so Ban in Zürich.

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Shigeru Bans Ferienhaus in Japan mit den Originalen seiner Kartonmöbel. (Foto: Shigeru Ban Architects)

Einzelne Möbel als Teil eines Gebäudes zu entwerfen und zu bauen, sei zudem nicht das Gleiche, wie Möbel in Serie herzustellen. Die Carta Collection, die eine Weiterentwicklung von Shigeru Bans erstem Stuhl aus Kartonröhren ist, hat drei Jahre Entwicklung gebraucht, bis sie zur Serienreife gelangte.

Dazu meint Ban: „Möbel zu kreieren, ist schwieriger, als Gebäude zu bauen.” Heute werden die Möbel der Carta Collection in Italien und Frankreich hergestellt. Im Gegensatz zu den ersten Einzelstücken können diese Möbel sehr einfach repariert werden. Die Kartonröhren sind in einem Clip-System montiert und können bei Bedarf ausgetauscht werden.


wohnLOGO_smallShigeru Bans Carta Collection wird von wb form, einem Schwesterunternehmen von wohnbedarf, hergestellt und ist exklusiv bei wohnbedarf an der Talstrasse 11 in Zürich erhältlich.


 

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Shigeru Bans Chaise Longue.


Shigeru Ban: Visionär

Shigeru Ban

Shigeru Ban (Foto: Shigeru Ban Architects)

Für seine Werke wurde Shigeru Ban mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der renommierteste Award ist Pritzker-Preis, den er 2014 erhielt. Darüber hinaus ist Ban auch Buchautor sowie  Gastprofessor und Dozent an weltbekannten Architektur-Hochschulen. Unter anderem lehrte er von 2001 bis 2008 an der japanischen Keio University sowie zeitweise an der Cornell University (USA) und der Harvard University und hielt eine Professur an der Kyoto University of Art and Design.

 

 


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wohnbedarf ist mehr als ein Möbelgeschäft. Das Unternehmen setzt sich seit 1931 für modernes Wohnen ein und arbeitet seit der Gründung mit visionären Architekten und Gestaltern zusammen. Auf Drinks & Style präsentiert wohnbedarf einige dieser Design-Ikonen und Klassiker des modernen Designs.

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