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Jigger – Das richtige Mass

Jigger wird auf Deutsch mit Barmass übersetzt und ist eines der essentiellsten Werkzeuge hinter dem Tresen und in der Heimbar. Meist arbeitet man direkt aus der Flasche oder mit einem Free-Pour-Ausgiesser. Die bekannten 40ml-Ausgiesser, die nach 40ml von selbst stoppen, sind nicht so beliebt, da sie ziemlich ungenau sind.

Deshalb verwendet man in „seriösen“ Bars Jigger. Genauigkeit beim Abmessen ist deshalb so wichtig, weil nur so sichergestellt werden kann, dass die Cocktails immer gleich schmecken. Natürlich sind neben den exakten Mengen auch andere Faktoren wichtig, wie das Eis, wie lange geschüttelt oder gerührt wird, wie kühl oder warm die Arbeitsgeräte sind und natürlich die Wahl der Zutaten. Das alles hat einen massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Aromen.

Meist hat ein Barmass zwei Seiten. Es gibt die verschiedensten Aufteilungen, die von Land zu Land variieren. In Europa sind die 20/40ml-Masse verbreitet. Das „Urmass“ kommt jedoch aus den USA und setzt sich aus 1/1.5 Fluid Ounce zusammen, umgerechnet sind das 30/44ml (1 Shot entspricht 44.3602943 Milliliter). Deshalb nennt man die 1.5 oz. Seite „Jigger“ (oder Gill), während man die kleinere 1 oz. Seite „Pony“ nennt. In Grossbritannien sind 20/50ml üblich. In der Central Bar in Zürich arbeiten wir beispielsweise mit ganz verschiedenen Massen. 20/40ml – 25/50ml – 30/50ml. So wird je nach Rezept der geeignete Jigger gewählt.

Ich persönlich mag auch die gläsernen Massbecher, weil man diese auf Augenhöhe vor sich halten kann und sehr exakt einschenkt. Leider sind sie im daily Bar-Business etwas teuer, da sie im Vergleich zu den metallenen Pendents oft kaputt gehen.

Interessant ist auch die Formenvielfalt der erhältlichen Massbecher. Wir kennen die schlanken, hohen Jigger, die meist sehr hochwertig gefertigt sind und oft aus dem japanischen Raum kommen. Natürlich hat der Jigger auf eine gewisse Weise auch mit Status zu tun. Wie bei allen Werkzeugen gibt es auch Massbecher in industrieller, funktionaler Ausführung bis zu den Kleinserien aus alten Manufakturen. 

Hier findet ihr noch eines meiner persönlichen Lieblingsstücke

Tipp

Um das Abmessen grundsätzlich zu verstehen, ist es einfacher, mit Misch-Verhältnissen zu arbeiten. Ein Negroni besteht beispielsweise zu gleichen Teilen aus Gin, rotem Vermouth und einem Bitter wie Campari oder Martinazzi. Ob der Drink nun aus 3 mal 20ml oder 3 mal 30ml besteht, ist für den Geschmack unerheblich, lediglich die Anteile müssen gleich bleiben. 

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