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Gin ist die Lösung – für alles!

Als ich die Villa Tobler betrat, wurde ich bereits erwartet. Ein stilecht gekleideter Master of Ceremonies nahm mich in Empfang. Er stellte sich als Dr. Medwin M. Montague vor. „What do you know about the human mind?“, fragte er mit einem Akzent, der sehr nach Downtown Abbey klang.

Da fing eine kuriose Reise für mich an, an die ich noch immer denken und schmunzeln muss. Es gibt einfach Events, die lange in der Erinnerung nachklingen. Das „Chambers of the Curious“ in der Villa Tobler war für mich eindeutig ein solcher Anlass.

Dr. M. M. Montague fackelte nicht lange und fing an, vom menschlichen Gehirn zu sprechen – aus der Sicht der Medizin des 19. Jahrhunderts, notabene. Er ging komplett in seiner Rolle auf. Meine Versuche, hinter seine Maske zu blicken (ich habe ihn gefragt, was sein „richtiger Job“ ist), strafte er mit einer erhobenen Augenbraue. Dr. Medwin M. Montague indeed.

Aber gerade diese Konsequenz und das perfekte Setting des Anlasses in einer wunderschönen Jugendstil-Villa machten das „Chambers of the Curious“ zu einem genialen Ausflug in eine andere Welt.

Ich liess mich also führen und hörte aufmerksam zu, wenn der Doktor Sachen sagte, wie:

„… let us part on a journey over the tempestuous plains of the cerebellum to the volcanic wilderness of their curiously named ‘Fissure of Rolando’, reawakening these essential creative parts of the mind, coaxing up a greater sense of interest in the world, and a renewed inquisitive vigour.”

Das ist natürlich kompletter Unsinn. Aber sagen Sie den Satz einmal laut in einem übertriebenen englischen Akzent. – Hört sich wunderbar an!

Dann ging es daran, mein Cerebellum zu testen. In verschiedenen Zimmern der Villa waren ehrfurchterregende Versuchsanordnungen aufgebaut. Ich wurde den kompetenten Händen der charmanten Dr. Julie-Anne Freud übergeben. Ihre Aufgabe war es, anhand meiner Gehirnströme mehr über mein momentanes Befinden herauszufinden.

Dr. Freud schnallte mir ein Headset an. Ich musste einen Ball in die Hand nehmen und drücken. Vor mir waren verschiedene Glasbehälter, die mit unterschiedlich gefärbten Flüssigkeiten gefüllt waren. Je nachdem, was für Gehirnströme bei mir aktiv wurden, blubberte eine andere Farbe, bis am Schluss nur noch eine Farbe aktiv war. Das war dann meine Farbe. Aus ihr leitete Dr. Julie-Anne Freud meine Persönlichkeit ab und sagte mir, was mir jetzt gut tun würde: ein spezieller Cocktail, den ich an der Bar abholen könne.

So ging es dann weiter: Dr. Nicolas „Bubbles“ Blenkinsop und sein Assistent bedienten ein Eye-Tracking-Device und nannte sich Psychic Ophthalmologists (ungefähr: gedankenlesende Augenärzte). Ich versuchte seinen Test zu manipulieren, indem ich immer nur auf Blumen- und Sonnen-Bilder geschaut habe.

Aber es kam, wie es kommen musste: Er stellte bei mir ein klares Defizit an openness fest. Aber ich solle nicht verzagen. Er griff in einen Kühlschrank hinter sich und holte mir ein kleines Fläschchen mit einer blauen Flüssigkeit hervor, auf der Openness stand. Ich solle das trinken, dann sei alles im Lot.

„The Chambers of the Curious“ war übrigens Teil der genial-kuriosen Curiositorium-Reihe. Wir haben schon einmal darüber berichtet.

Kurz: Für alle Unzulänglichkeiten, die mein Gehirn offenbarte, gab es also immer eine Lösung. Und in der war immer Gin. – Hätte ich vorher gewusst, dass die Antwort auf das Leben, das Universum und alles nicht 42, sondern Gin ist, wäre mein Leben vermutlich anders verlaufen.

Aber der gute alte Paracelsus wusste schon: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Daran denkend bin ich, beschwingt und gut unterhalten, nach Hause.

Es hat Spass gemacht!

Stay curious!

Alle Fotos Johannes Diboky

Nachtrag: Magische kleine Blüten

Das Catering von Alex Kunert war unglaublich kreativ und umwerfend gut. Mit einem Hauch Molekularküche. Aber das war nicht das, was mich umgehauen hat. Alex hatte seine eigene Versuchsstation aufgebaut. An der gab es in kleinen Reagenzgläsern Mini-Drinks, daneben lagen kleine orange Blüten, die ein bisschen wie Gänseblümchen aussahen.

Alex liess uns ein Schlückchen aus dem Reagenzglas kosten. Danach mussten wir eine Blüte kauen und schlucken. Es ging ein sanftes Kribbeln durch meinen Mund. Dann mussten wir nochmals einen Schluck aus dem Reagenzglas nehmen.

Es war eine unglaubliche Geschmacksexplosion. Die Blüte der Pflanze, die Parákresse genannt wird, enthielt einen Wirkstoff, der die Geschmacksnerven aktiviert. Das heisst, dass nach ihrem Konsum Geschmäcker intensiviert werden.

Einfach genial!

 

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