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Designklassiker: Ulmer Hocker

Drei einfache Holzbretter, die rechtwinklig miteinander verzahnt sind und von einem runden Holzstab zusammengehalten werden: Auf den ersten Blick ist max bills Ulmer Hocker ein einfacher Holzquader. Auf den zweiten Blick wird klar, dass diese Schlichtheit gerade seinen Charme ausmacht – und ihn zugleich auch unglaublich vielseitig macht: Der Hocker kann problemlos als Beistelltisch genutzt werden. Wer ihn stapelt, erhält einfache Regalelemente. Will man etwas aufs Regal stellen, kann man einen der äusserst stabilen Hocker problemlos als Trittleiter nutzen.

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Diese kurze Aufzählung seiner Einsatzmöglichkeiten zeigt sehr schön, welche Philosophie hinter seiner Konzeption steckt. Der Ulmer Hocker ist ein Möbelstück ganz im Sinne des Bauhaus: Er ist durch und durch funktional. Zudem kam der Hocker bei seiner Konzeption einer reellen Nachfrage nach einem einfachen und ökonomischen Möbelstück für die Hochschule für Gestaltung in Ulm nach, deren Architekt und erster Rektor max bill war. Es stellte sich nämlich nach der Eröffnung der Hochschule heraus, dass es zu wenige Sitzgelegenheiten für die Studierenden hatte. bill entwarf gemeinsam mit seinem Kollegen Hans Gugelot und dem Schreinermeister Paul Hildinger kurzerhand einen tragbaren Hocker aus leichtem Fichtenholz.

In der Hochschule für Gestaltung wurde er daraufhin hundertfach hergestellt, teilweise von den Studenten selbst. Diese konnten ihren persönlichen Hocker jeweils von einem Hörsaal zum nächsten mitnehmen. Hier zeigte sich einer der weiteren Vorzüge des Ulmer Hockers: Wurde er gedreht, konnte man ihn am Holzstab packen und gebrauchen, um Bücher und Arbeitsmaterial zu transportieren.

Der Ulmer Hocker: Das Erbe max bills bei wohnbedarf

Heute ist der Designklassiker als offizielle, lizenzierte Re-Edition bei wohnbedarf erhältlich. Das Bauprinzip und die Masse (Höhe 44 cm, Breite 39.5 cm, Tiefe 29.5 cm) haben sich nicht geändert: Die Seitenbretter und die Sitzfläche sind mittels Fingerzinken fest verbunden, das waagerechte Rundholz (ursprünglich aus einem Besenstil!) hält die Seitenbretter zusammen und sorgt für Stabilität. Kufen aus hartem Buchenholz schützen die unteren Kanten.

Bei wohnbedarf ist heute auch eine Variante des Ulmer Hockers in lackiertem Nussbaumholz erhältlich. Ausserdem wurden in Zusammenarbeit mit Jakob Bill, dem Sohn von max bill, farbige Varianten entwickelt. Dafür hat Jakob Bill eine Farbpalette zusammengestellt, die er den Grafiken und konstruktiven Gemälden von max bill entnommen hat: Apfelgrün, Himmelblau, Dunkelblau, Feuerrot, Leuchtorange und Zitronengelb.

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Kategorie: Design, Style

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wohnbedarf ist mehr als ein Möbelgeschäft. Das Unternehmen setzt sich seit 1931 für modernes Wohnen ein und arbeitet seit der Gründung mit visionären Architekten und Gestaltern zusammen. Auf Drinks & Style präsentiert wohnbedarf einige dieser Design-Ikonen und Klassiker des modernen Designs.

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  1. Ich bin mit Max Bill “gross” geworden und verkaufe seit Jahren seine von ihn entworfenen Uhren. Zu Weihnachten habe ich mit nun endlich den lang ersehnen Ulmer Hocker geleistet. Ich bin begeistert von den vielen Anwenungsmöglichkeiten…

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