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Auf einen Drink – in der Bar zur Photobastei

Über zwanzig Jahre lang war es bei mir, in mindestens zehn Wohnungen. Mein geliebtes Ledersofa! Es wanderte weiter in die erste Photobastei, und jetzt steht es in der zweiten. Passend zum neuen Standort am ehemals berüchtigten Sihlquai in Zürich, hatte es kurz vor der offiziellen Eröffnung seinen ominösen Auftritt im Pornozimmer – zum Bett ausgezogen und ausstaffiert mit Leopardendecke und roten Plüschkissen. Ich würde sagen: Es hat immer noch seinen Spass, mein altes Sofa!

In der neuen Photobastei geht es eher erholsam zu und her. Partys wie das nicht enden wollende Closing der ersten Photobastei im Turm hinter dem Paradeplatz wird es hier nicht geben, aber gut zu wissen ist: Man kann den Raum für Privatanlässe mieten – vorausgesetzt man bringt einen Rausschmeisser mit, der es schafft alle Gäste spätestens um 2 Uhr früh liebevoll aus dem Haus zu schubsen.

Im dritten Stock angekommen, freue ich mich als erstes über den genialen Gläserkronleuchter von Sämi, der auch hier wieder hinter der Bartheke hängt. Für Newcomer: Bestelle ein Glas Wein oder Prosecco, und du wirst sehen! Ich setze mich mit Romano, dem Initiator der Photobastei, und den Bar-Verantwortlichen Angella und Mischa rund um einen 50ies-Clubtisch, die Sonne scheint herein und wir plaudern über das, was schon ist und das, was noch kommt. Romano tut gerade alles, damit sich die neue Photobastei rasch etabliert, denn die Zwischennutzung der Räume im ehemaligen ZHdK-Gebäude ist auf drei Jahre beschränkt und wir alle wissen ja: drei Jahre verfliegen wie nichts!

Auch Angella und Mischa sind sehr beschäftigt, denn die ins Basteikonzept integrierte Bar mit der grosszügigen Lounge ist seit kurzem ihre Bühne für kulturelle Anlässe und braucht deshalb viel Zuwendung. Angefangen bei den donnerstags stattfindenden Vernissagen bis hin zu Artist Talks, Konzertabenden oder Come Together Evenings mit Essen und Musik – alles will organisiert sein! Angella muss sich ausserdem noch erholen von ihrem Goldwand-Projekt: Weil diese superspezielle Goldfarbe gepinselt werden muss, war Angella anstatt den eingeplanten zwei Stündli ganze zwei Tage lang mit einem feinen Pinsel am Werk. Hallo Muskelkater! Aber sehr schön ist sie, die Goldwand.

Gebührend eingeweiht wurde die Bar zur Photobastei vor wenigen Tagen als Festivalzentrum des 3rd Les Belles de Nuit Electronic Gender Bending Music Festivals (siehe unten). Dieses haben Eva, Nathalie und viele weitere Girls & Genders auf die Beine gestellt; unter anderem mit einer Fotoausstellung, DJ-Workshops, Performances, einem 36-Stunden-Rave – alles zur Förderung der Sichtbarkeit von Frauen in der elektronischen Musikszene. Congrats!

Tagsüber kannst du in diesem als Treffpunkt gedachten Raum einfach SEIN. Du besuchst in zwei Stockwerken die wechselnden Fotoausstellungen. Davor, dazwischen oder danach machst du Halt an der Bar, entscheidest dich für ein Getränk von kleinen, feinen Getränkelabels wie etwa Fritz, Opaline, Cucumis, Zobo oder Gents, suchst dir ein Lieblingssofa oder den schönsten Sessel aus, greifst nach einem Buch aus der Fotobuchbibliothek oder deinem Laptop, und schon kannst du dich zurücklehnen.

Euch allen empfehle ich Folgendes: Geht hin und begrüsst als erstes Bubu, die durch ihren Soloausflug an den Paradeplatz in den Medien als «Photobastei-Maskottchen» Berühmtheit erlangte. Falls du sie noch nicht kennst: kurze Beine (sorry, Bubu!) und – obwohl ungepierct – sehr auffällige Ohren. Schliesse Freundschaft mit ihr und du wirst dafür nicht angeknurrt, wenn du dich auf mein Ex-Sofa setzt.

Weitere Infos:
Bar zur Photobastei auf Facebook
Photobastei 2.0 auf Facebook
Photobastei Website
Les Belles de Nuit
Alle Fotos: Marion Lim
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