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Auf einen Drink – im KAUZ

Hier ist er, mein erster Blog auf Drinks & Style. In «Auf einen Drink» werde ich immer wieder über Bars und Locations schreiben, die ich mag. Ganz ohne Anspruch auf Objektivität. Es geht hier um sympathische Macher und Crews, die Stimmung, um schöne Details – und um die Gäste, die ja auch zu einem guten Ort beitragen. Dass ich in meinem Blog-Posts weder lästere noch kritisiere, hat einen einfachen Grund: Wenn ich in einer Location lande, in der es mir nicht gefällt, dann schreibe ich nicht über sie – und gehe weiter zur nächsten.

Ich freue mich, wenn ihr mir hier folgt!


 

Es wird wieder kälter, also wird es wieder wärmer. Wo? Im KAUZ natürlich. Die Wiedereröffnung nach der Sommerpause hat stattgefunden und die «Family» ist wieder da. Ronny auch. Er fragt, wie ich den Sommer verbracht habe, und schon steige ich den dunklen Treppenkorridor runter, gebe meine Jacke ab und tauche wieder mal ein in den gemütlichen Keller.

Wie immer nehme ich zuerst die Kurve nach links zur Bar. Cem, dessen fast schon hypnotische Anziehungskraft sowohl weibliche als auch männliche Gäste in den Bann zieht, ist nicht mehr da. Das ist schade, weil er ein richtiger Kauz ist – ein bisschen wie aus einer anderen Welt. Aber zum Glück kommt es hier überhaupt nicht darauf an, ob André, Petra, Sebi, Simona, Irène, Laura, Mirjam, Viktor Anouk oder «Mr. Fabulous» Marco für einen da sind. Sie alle tun das, was sie hier tun, mit sehr viel Liebe.

Die heutige Barcrew trägt unisono schwarze Paillettenkleider, was supersexy aussieht! Aber das Käppli, das Sebi heute trägt und Anfang Sommer freudig kommentiert hat mit «Ich glaube, das wird mein Käppli des Sommers 2015!», ist sogar neben 1000 Pailletten unschlagbar.

kauz_m4 Bar, Club, Kauz / Foto: Marion Lim

Jedenfalls bereitet Sebi für mich einen Rosemary Gimlet zu. Und zwar so, dass ich während des Zuschauens fast ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ein Gimlet gar nicht schnell ready ist und viele andere am Warten sind. Als Finale wird der in Zitronenschale eingewickelte Rosmarinzweig in den Gimlet getaucht. Schmeckt sehr fein! Übrigens: Ein wenig «Old Fashioned Mood» ist im KAUZ gewollt. So kommt es auch, dass man immer zu später Nachtzeit auch die gute alte Bloody Mary bestellen kann.

Der Ort ist aber nicht nur eine Bar, er ist auch ein bisschen ein Club, der aber trotzdem kein Technoschuppen ist und auch keiner sein will, und… Ja, das geht. Jede Woche werden DJs angekündigt und ich würde sagen: Man kann eigentlich kommen, wann man will, es ist immer wieder anders – und gut. Oft wird Techno gespielt, aber auch Disco, Cosmic, Wave oder funkiger Hip-Hop haben im KAUZ ihren Platz. Sowohl unbekanntere wie auch bekanntere, sowohl Zürcher DJs wie auch solche aus der weiteren Welt kommen hierhin. Klein und fein ist eben für alle immer wieder schön.

Hier im KAUZ redet man mit alten Freunden und findet, wie zufällig, oder eben doch nicht zufällig, immer wieder neue. Oft bleibt man stundenlang im Fumoir hängen, ohne zu bemerken, wie die Stunden vergehen. Oder es zieht einen auf den Dancefloor unter die berühmten roten Deckenlämpchen. A propos: Ob die girlandenartig und fast schon asiatisch wirkende Beleuchtung schön ist, wird hier niemals diskutiert. Ohne Worte sind sich alle einig, dass sie den KAUZ ausmacht und ich weiss jetzt, was dahinter steckt: Mit selbst importiertem Glühbirnentauchlack wird jede Glühbirne vor dem Einschrauben von Hand bemalt, manche sogar zweifarbig. So entsteht das spezielle warme Licht.

kauz_m5 Bar, Club, Kauz / Foto: Marion Lim

Ich schlängle mich zu Philippe durch, der mir kauzige Geschichten versprochen hat. Er erzählt mir zum Beispiel von diesem sich öfter wiederholenden allerletzten Eintrag im Nachtrapport: Und dann legte Ronny noch ein bisschen auf. Oder vom Gast, der anstatt der Toilettentür den Notausgang erwischte und nach Stunden von dort rausgeholt, beziehungsweise gerettet werden musste. Oder von der Frau, die bereits eine ganze Tasche voller gestohlener KAUZ-Souvenirs hinter dem Haus deponiert hatte und gerade dabei war, noch etwas Kleines dazu zu legen, als sie entdeckt wurde. Oder von Cem, der (ob ihr es glaubt oder nicht) im vergangenen Winter…

Vielleicht erzähle ich euch das ein anderes Mal.

KAUZ
Ausstellungsstrasse 21
8005 Zürich

BAR AB 21 Uhr
EINTRITT FREI BIS 23 UHR

Weitere Infos auf: www.kauzig.ch.

 

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Kategorie: Bars, Clubs, Orte/Events

von

Marion Lim ist in Basel geboren, wohnt seit 20 Jahren in Zürich und ist genauso lange Texterin. Sie hat in renommierten Werbeagenturen gearbeitet und kürzlich den CAS Professionelle Medienarbeit abgeschlossen. Daneben ist sie hier und da zum Bloggen unterwegs.

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