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Angels’ Share: Wärme und Professionalität

In Basel spriessen Bars derzeit aus dem Boden wie die Schneeglöckchen im Frühling. Ein Lokal, bei dem ich persönlich sehr hoffe, dass das Konzept auch einschlägt, ist die Cocktailbar Angels’ Share. – So nennen Brenner übrigens den Anteil an Whisky, der während der Lagerung im Fass verdunstet.

Die neue Bar liegt am Kleinbasler Bermudadreieck zwischen Feldberg- und Klybeckstrasse. Das Angels’ Share ist überschaubar und in warmen Farbtönen gehalten. Die eine Wand schmückt eine Barocktapete, die Fensterfront ziert ein wunderbarer, dunkelroter samtiger Vorhang, die Bar und die Regale sind aus dunklem Holz.

Bei fast allem haben die Inhaber, die zwei Barprofis Roger Grüter und Chutz Stamm, selbst Hand angelegt, mitgeschraubt und geschliffen. Noch nicht einmal beim Lichtkonzept, das super schön aufgeht, brauchten sie Hilfe: Die Beleuchtung harmoniert wunderschön mit dem ganzen Drumherum.

Angels' Share

Geballte Erfahrung im Angels’ Share: Roger Grüter (l.) und Chutz Stamm. (Foto: Renée Weber)

Die beiden sind Whiskyliebhaber und echte Kenner. Das zeigt das exquisite Sortiment, das sie zusammengestellt haben, deutlich. Darunter sind Raritäten, bei denen die Flasche bis zu 1000.- kostet. Aber keine Sorge: Die Whiskys werden portionenweise serviert! In der kommenden Zeit wird das Angebot noch wachsen.

Nicht nur im Whisky-, Bourbon- oder Rye-Bereich, sondern auch beim Thema Rum ist man hier am richtigen Ort. Auch bei dieser Spirituose hat es das eine oder andere Schmuckstück. Daneben sind diverse ausgezeichnete Mezcals und Gins zu haben.

Die Cocktailkarte, die gerade mal zwölf Cocktails aufweist, wechselt monatlich. Die Drinks werden aber feinsäuberlich ausgesucht. Darunter hat es einige mit bekannten, bereits bestehenden Rezepturen, Klassiker aber auch Signatures. Wie zum Beispiel eine Old-Fashioned-Variante namens Camilla Parker Bols auf der  Basis eines rauchigen Whisky mit einer Kamilleninfusion. Oder der Kyoki, ein Gin Sour mit Ingwer und Zitronengras. Ein wichtiger Teil ihres Konzepts sind selbst entwickelte Sirupe und Infusions, die sie in Zukunft vermehrt produzieren werden.

Kyoki stammt übrigens aus dem Japanischen und bedeutet „Irrsinn“. Das ist eine Anspielung auf die stadtbekannte Irrsinn-Bar, wo der Drink auch entstanden ist. Dort hat Chutz die vergangenen fünf Jahre als Teilinhaber und Barkeeper des Vertrauens verbracht. In der Irrsinn-Bar hat der gelernte Tierpfleger die wilden Metalkutten-Träger von Biertrinkern zu Cocktailschlürfern erzogen.

Roger war die letzten viereinhalb Jahre Chef de Bar im Club- und Barbetrieb SUD. Die Gastronomie hatte ihn vorher schon lange interessiert und schliesslich hat er durch seinen besten Freund auch den Weg dorthin gefunden. Der gelernte Chemielaborant hat darauf Pipette und Reagenzglas gegen Barlöffel und Rührglas umgetauscht – ziemlich erfolgreich, denn die einmal geweckte Passion hat er seither nicht verloren!

Der gebürtige Lozärner trinkt selbst am liebsten einen Manhattan oder Manhattan Perfect. Er betont jedoch auch: „Es gibt nicht DEN besten Cocktail oder DIE beste Spirituose. Wir versuchen jedem immer wieder etwas Neues vorzustellen oder anzubieten.“

Angels' Share

Wunderschöne Stimmung: Roger Grüter am Tresen. (Foto: Renée Weber)

Das Angels’ Share ist auf jeden Fall einen Besuch wert, einfach nicht erschrecken: Es läuft NUR Jazz! – ABER: Das passt perfekt! Die Musik rundet das Erlebnis wunderbar ab und sorgt für eine wirklich gemütliche Stimmung.

 

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