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Der Gimlet: A Gentlemen’s Drink?

Wenn man einen Cocktail als wahren Männerdrink bezeichnen kann, dann ist es der Gimlet ohne Abstriche: puristisch in seiner Zubereitung (nur zwei Zutaten), extrem herb und säurebetont, mit einem hohen Alkoholgehalt, aber doch sehr sanft im Abgang. Und jetzt ein wichtiges Geständnis: Frauen lieben ihn ebenso. Gerade deshalb, weil er eben nicht so süss ist, aber trotzdem seine liebliche Seite nicht versteckt. Natürlich wird der Charakter des Drinks massgeblich von der Wahl des Gins bestimmt.

«A real Gimlet is half Gin and half Rose’s Lime Juice and nothing else. It beats Martinis hollow.» Raymond Chandler 

«Ein Richtiger Gimlet besteht zur einen Hälfte aus Gin und zur anderen aus Rose’s Lime Juice und aus sonst nichts. Aber das schlägt sämtliche Martinis haushoch.»  So beschrieb der bekannte Autor das feine Getränk in seinem Buch «Der lange Abschied». Seine Begeisterung teile ich vollkommen, allerdings finde ich seine Variante doch etwas zu süss. Ich serviere den Gimlet lieber etwas herber, schlicht und selbstverständlich ohne Eis.

Da der Gimlet ein Zweikomponenten-Cocktail ist, liegt die Kunst der Zubereitung einerseits im Verhältnis der beiden Zutaten und andererseits in ihrer Verbindung. Der Rose’s Lime Juice gibt dem Drink eine unentbehrliche, tiefe Geschmackskomponente, die frischer Limettensaft in dieser Kombination leider nicht erreichen kann. Da es sich beim Gimlet um einen Cocktail mit klaren Zutaten handelt, wird er gerührt. Umso wichtiger sind die verwendeten Werkzeuge. Genügend Eis, ein gutes Rührglas sowie ein Barlöffel bilden die unverzichtbare Grundlage für einen gelungenen Gimlet.

Die Wahl des Gins

Normalerweise wird beim Gimlet auf einen trockenen Gin im Londoner Stil (z.B. Beefeater, Gordons) zurückgegriffen. Ich jedoch mag florale Gins im Gimlet, weil sie den doch sehr hochprozentigen Cocktail etwas leichter und spritziger machen. Deshalb kann ich euch beispielsweise den Hendrick’s empfehlen. Auch weil ich euch gerne zeigen möchte, was mit diesem recht bekannten Gin so alles möglich ist – abgesehen vom fast schon überstrapazierten Gin Tonic mit Gurke und Pfeffer.

Im Gimlet haben die subtilen Aromen des Hendrick’s nämlich eine wunderbare Plattform, um sich richtig zu entfalten. – Aber das ist natürlich, wie immer in der Bar und daneben, Geschmackssache. Probiert einfach einige Gins aus und berichtet mir von euren persönlichen Favoriten.

Gimlet
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Zutaten
  1. 6 cl Hendrick’s
  2. 3 cl Rose's Lime Juice
Zubereitung
  1. Beide Zutaten mit einigen Eiswürfeln im Rührglas verrühren bis das Glas stark beschlagen ist. In eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit einer Limettenscheibe garnieren.
Drinks & Style http://www.drinks-and-style.ch/

Die Geschichte hinter dem Gimlet

Wie viele ältere Cocktails kommt auch der Gimlet mit ein paar Geschichten auf den Tresen. Hier eine, die mir sehr gefällt und doch auch recht plausibel erscheint: 

Das feine Mischgetränk bekam seinen Namen von dem Marinearzt Gimlette, der seine Offizierskollegen dazu aufgeforderte, ihren Gin mit einem guten Schuss Limettensirup einzunehmen, um der Seefahrerkrankheit Skorbut vorzubeugen. Der Alkohol war natürlich als Medizin gedacht, der Limettensirup hatte nur die Aufgabe, die benebelnde Wirkung etwas zu mildern.

Doch wie wir heute wissen, war es das Vitamin C im Sirup, das der Mangelkrankheit entgegenwirkte. Das Pendant für die Mannschaft war übrigens der Punch – ein Mischgetränk mit Rum. Der Gin war nämlich den Offizieren vorbehalten – die einfachen Matrosen erhielten nur Rum. Daher kommt auch die Bezeichnung Gentlemen’s Drink.

Good Night,
Sheila

Copyright: Futurecom interactive

 

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